Gastbeitrag:

Seitensprünge leicht gemacht – Casual Dating im Internet

Verliebtes, flirtendes Paar im HerbstFrust und Langeweile in der Beziehung entstehen häufig durch unerfüllte und häufig auch unausgesprochene und meist sexuelle Wünsche und Phantasien. Aus Angst, den Partner zu überfordern oder gar zu verstören, leben viele ihre Begierde anderswo aus. Zahlreiche Dating-Portale aus dem Sektor des Casual Datings vereinfachen den Weg hin zu einem erotischen Abenteuer. Der Seitensprung in einer Beziehung gehört mittlerweile fast zum Alltag. Männer und Frauen unterscheiden sich aber in der Vorgehensweise und Häufigkeit.

Die Einfachheit des Casual Datings

Frust in der Beziehung, Flaute im Bett – der Seitensprung in einer Beziehung kann viele Gründe haben. Oftmals sind es jedoch geheime erotische Phantasien, die in der eigenen Beziehung nicht ausgelebt werden können, aus Angst den Partner mit seinen Wünschen oder Vorlieben zu verprellen oder zu überfordern. Das betrifft Frauen und Männer übrigens gleichermaßen. Dabei hat sich nicht nur die Häufigkeit von Affären geändert. Auch die Art und Weise, wie Affären zustandekommen, findet heutzutage auf einer anderen Ebene statt.

Verantwortlich hierfür sind die zahlreichen Casual-Dating-Portale. Sie bieten eine perfekte, schnelle und einfache Möglichkeit, die eigenen Wünsche und Vorlieben direkt mit Gleichgesinnten ohne Verpflichtungen und Zwänge zu bereden und sich anschließend zu einer unverbindlicher Zweisamkeit zu verabreden. Es geht beim Casual Dating also vereinfacht gesagt um eine unverbindliche und uneingeschränkte erotische Beziehung, frei nach dem Motto: Alles kann, nichts muss.

Geheime Phantasien und sexuelle Vorlieben können mit Gleichgesinnten ausgelebt werden, „denn beim Casual Dating gibt es keine Tabus, wenn es um das Ausleben sexueller Bedürfnisse geht“, so ein Fachmann von casualdatingtest.com . Ob es bei einem einmaligen Abenteuer bleibt oder sich eine längerfristige Geschichte daraus ergibt, ist dabei völlig offen. Ebenso, wie die Beteiligten eine derartige Erfahrung verarbeiten und mit ihr umgehen.

Macht Fremdgehen am Ende glücklich?

Infografik darüber, ob Männer oder Frauen besser im Bett sind.

Schlechtes Gewissen, Schuldgefühle oder gar eine gescheiterte Beziehung – so negativ die Folgen eines Seitensprungs sein können, so befriedigend, aufregend und lohnenswert ist dieser dennoch für viele Menschen. Folglich stellt sich häufig die Frage nach dem Sinn eines Seitensprungs und ob Fremdgehen im Endeffekt glücklich oder unglücklich macht. Ansatzweise sinnvoll kann diese Frage nur individuell beantwortet werden. Die Statistiken und Umfragen zeigen aber, dass die meisten Menschen sich diese Frage erst nach einem erotischen Abenteuer stellen und mögliche Konsequenzen nur mäßig in die Entscheidungsfindung für oder wider einen Seitensprung einfließen lassen. Die Anzahl der Fremdgänger ist überraschend hoch.

Im europäischen Vergleich liegen die Franzosen und die Italiener an der Spitze der Untreue. Das geht aus einer Umfrage des französischen Meinungsforschungsinstituts Ifop hervor. Demnach lassen sich stolze 55 Prozent der Männer – und damit mehr als jeder zweite Mann –, auf ein Abenteuer außerhalb der Beziehung ein. Auch bei den Frauen ist der Anteil mit 32 Prozent in Frankreich und 34 Prozent in Italien überraschend hoch. In nördlicheren Ländern wie Deutschland (46 Prozent) und Großbritannien (42 Prozent) ist der Anteil untreuer Männer deutlich geringer.

Die Umfrage scheint das Klischee vom besonders untreuen und machohaften Charakter des Südländers zu bestätigen, meint Ifop-Studiendirektor François Kraus. Die Liebesaffäre von François Hollande in Frankreich und die berühmt berüchtigten „Bunga-Bunga-Partys“ in Italien vom früheren Regierungschef Silvio Berlusconi würden das Klischee perfekt verkörpern. Allerdings haben es nicht nur die Männer faustdick hinter den Ohren.

Speziell in den nördlicheren Ländern ist der Anteil an Frauen und Männern, die bereits mindestens einen Seitensprung verübt haben, äußerst ähnlich. Wohingegen in den südlichen Ländern der betrügende Frauenanteil deutlich geringer ausfällt. In Frankreich sind nur 32 Prozent und in Italien 34 Prozent der Frauen untreu. In Deutschland liegt die Zahl deutlich höher bei etwa 43 Prozent. Die wenigsten Gedanken über ein derartiges Vergehen machen sich wiederum erneut die Franzosen. 35 Prozent der Befragten reagierten mit Gleichgültigkeit auf Untreue und gaben an, es wieder tun zu wollen. Bei den Deutschen und Spaniern sind es hingegen nur 31 Prozent. Es gibt für Betrogene allerdings auch Wege, die Untreue zu enttarnen.

Verhalten von Männer und Frauen beim Lügen

Hat mein Partner mich betrogen? Diese Frage hat sich wahrscheinlich fast jeder schon einmal gestellt. Beweise liegen zwar häufig nicht vor, aber oftmals täuschen die Gefühle nicht. Der Psychologe Robert S. Feldman hat an der University of Massachusetts in Amherst eine Studie zum Thema Lügen durchgeführt. Sie verdeutlicht die unterschiedlichen Verhaltensweisen der Geschlechter, Reaktionen auf Vorwürfe und den Umgang mit Lügen.

  • Männer und Frauen lügen unterschiedlich

    Frauen schwindeln, um das Wohlbefinden ihrer Gesprächspartner aufrechtzuerhalten. Sie versuchen alles, damit kein Misstrauen entsteht. Männer hingegen lügen, um sich selbst zu schützen. Sie suchen bei der Partnerin nach Gründen und Fehlern, um ihr eigenes Fehlverhalten rechtfertigen zu können. Rücksichtslose Bemerkungen und eine latente Streitsucht gehen oftmals mit einher.

  • Körpersprache richtig deuten

    Soll ein Seitensprung verheimlicht werden, fällt besonders Männern der normale Umgang mit dem Partner schwer. Frauen können Lügen besser überspielen. Männer wiederum haben häufig mit Nervosität zu kämpfen. Unruhiges Sitzverhalten, verdächtige Augenbewegungen oder nervöses Trommeln mit den Fingern deuten zumindest darauf hin, dass irgendetwas nicht stimmt. Nimmt ihr Partner beim Sprechen die Hand vor den Mund, ist das ein Anzeichen, dass er Angst hat, die Wahrheit versehentlich auszuplaudern.

Ist der Seitensprung erst einmal ans Tageslicht gekommen, hat das für Beziehungen und die Betroffenen meistens weitreichende Folgen. Sollte die Beziehung dem Ausrutscher standhalten und der oder die Betrogene Gnade walten lassen, leidet das Vertrauensverhältnis allerdings gewaltig. Monatelange seelische und körperliche Beschwerden sind keine Seltenheit. Dabei spielt es keine Rolle, ob die hintergangene Person männlich oder weiblich ist. Eine Studie des Instituts für Psychologie der Universität Göttingen mit 3.300 männlichen und weiblichen Betrogenen ergab, dass zwei Drittel der Befragten über Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme klagten. Bei circa der Hälfte der Teilnehmer waren Körperreaktionen wie Zittern oder Schweißausbrüche keine Seltenheit. Auch nach über sechs Monaten kam es bei über 40 Prozent der Betrogenen zu derartigen Reaktionen.

 

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